Hunger

Projekt kultursaaten am museum für brot und kunst in ulm

 

Eine performative Installation in den Räumen des Museums für Brot und Kunst mit Performer*innen (Lebensexpert*innen mit und ohne Performance-Erfahrung) aus Ulm 

unter Leitung von und mit Verena Holscher (Tanz / Performance) und Reinhard Köhler (Musik)

 

Foto: Steve Knutson

A: „Hunger? Bei uns muss doch niemand hungern.“

B: „Na ja... Es stirbt immer noch alle zehn Sekunden ein Kind an den Folgen von Hunger auf unserer Welt.

Und hier in unserer Gesellschaft leidet ein Drittel der Menschen an Orthorexie.“

A: „Orthorexie? Was ist das denn?“

B: „Das nennt man so, wenn der Wunsch, sich gesund zu ernähren, zum Zwang wird. Die Vorstufe einer Eßstörung.

Und 35% der 16jährigen Mädchen in Deutschland zeigen Symptome einer Eßstörung.“

A: „Ja, kenne ich auch viele.“

B: „Eben. Das ist doch auch eine Art Hunger. Ich lebe in einer Welt aus Verpflichtungen, Verantwortung und Versagungen und bin hungrig, weil es keinen Raum gibt für das, was ich fühle und will!“

 

Das Brotmuseum voll hungriger Gestalten - Hunger des Fleisches - oder des Herzens? - seelischem Hunger - Hunger nach einem Gegenüber - Hunger nach Zugehörigkeit, nach Spiritualität - Hunger nach kreativem Ausdruck... wir in unseren inneren Käfigen hungernd nach Freiheit...

Ein Haus voller Hunger. Zimmer, Flure und Nischen, aus denen unterschiedliche Arten von Hunger tönen, hervorscheinen, geistern, schreien. Vom stillen verschämten Hunger bis zum gierigen Verlangen. Vom vertrauten Knurren hungriger Bäuche bis zur unbekannten Sehnsucht...

 

Bist du auch hungrig?

Welcher Hunger ist erlaubt?

Und wieviel?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

performance am 3. Oktober 2021 um 18 Uhr

im Museum für Brot und Kunst in Ulm

 

Aktuelles über die Kultursaaten findest du auf der Facebookseite des Museums hier